
Oliver, unser Interview-Partner im August, stellt das Magazin hörBücher vor. Die Redaktion des unabhängigen Hörbuch Magazins hört und bewertet pro Jahr bis zu 800 Hörbücher aller Genres und spricht Kaufempfehlungen aus.
1. Sag uns, wer Du bist, was Du tust und was Du magst.
Wer ich bin versuche ich nun seit 42 Jahren herauszufinden. Zur Lösung kam ich im Januar diesen Jahres, denn seit dem kann ich mit Stolz und Freude sagen: Ich bin der Vater meines Sohns. Er nennt mich “Grmpf”, meine Frau ruft mich (meistens) Schatz, Freunde und Kollegen versuchen es mit Oliver. Apropos, neben meinem Job (Vertriebsleitung für ein Onlineportal) mag ich Bücher, Zeitschriften, Filme, Musik, Berge, Katzen alles was mit Genuss zu tun hat – oder anders gesagt, ich mag schöne Momente.
2. Wie lange liest Du bereits Zeitschriften?
Das kann ich nicht genau sagen, es ist jedoch überliefert das ich sehr früh und ausgiebig gelesen habe. Nach der Bilderbuch-Phase jedoch eher Kinderbücher wie die 5 Freunde, Pünktchen, Die drei ??? etc.. Dann natürlich die obligatorischen Comics wie Mickey & Donald, Asterix, Spiderman oder Batman. In Form einer Zeitschrift war YPS vermutlich der erste regelmäßige Titel. Bei mir ist es vielleicht ein bisschen wie bei Meggie aus Cornelia Funkes Tintenwelt. Meine Mutter war Buchbinderin und ich liebe Bücher sowie Zeitschriften. Ich kann mich für Produkte aus Papier sehr begeistern, was in meiner beruflichen Onlinewelt manchmal für eine Überraschung sorgt.
3. Warum ist hörBücher eines Deiner Lieblingsmagazine?
Das hat drei gute Gründe. Zunächst ist da mal das Thema Bücher, auch wenn es speziell um solche zum Hören geht. Bisher habe ich noch kein vergleichbares Magazin gefunden, welches sich mit gedruckten Büchern beschäftigt. Dazu kommt das hörBücher ein Magazin zum Stöbern ist. Es lädt immer wieder dazu ein es erneut in die Hand zu nehmen und so fällt es gar nicht auf, dass es nur sechs Mal im Jahr erscheint. Der dritte Grund ist banal, das Magazin ist inhaltlich einfach gut. Es werden in der Regel fast 100 Hörbücher besprochen, ein hoch interessanter Streifzug durch alle Genres. Dazu gibt es Downloads und Hörproben auf CD. Die Redakteure bewerten dabei in erster Linie das Hörbuch, d.h. im Detail die Lesung bzw. den Sprecher. Nur 35% der Bewertungsnote kommt durch den Inhalt zustande. Das ist für mich wichtig, da ich oft Hörbücher konsumiere zu denen ich zuvor bereits das Buch gelesen habe.
4. Wann hast Du angefangen hörBücher zu lesen und zu welchem Zweck?
hörBücher lese ich seit April 2009. Ich hatte mir gerade ein iPhone zugelegt und mich dadurch intensiver mit dem Thema Hörbücher als Download beschäftigt. Die vielen CDs sind doch teilweise ein klein wenig lästig. Vermutlich habe ich die erste Ausgabe in einer Bahnhofsbuchhandlung entdeckt, ein Ort an dem ich mich stundenlang aufhalten kann. Nach der Lektüre habe ich sofort das Abo bestellt und als Prämie 18 CDs (Tintentod) erhalten. Jetzt informiere ich mich im Magazin über Neuerscheinungen, neue Fassungen und lese interessiert Interviews mit Sprechern und anderen Hörbuchmachern.
5. Bevorzugst Du bestimmte Rubriken im hörBücher Magazin?
Ich nehme das Heft sehr oft in die Hand und lese so im Laufe der Zeit fast alles. Die Bestenliste schaue ich jedoch immer wieder an. Gerade wenn spontan eine Neuanschaffung ansteht, gibt diese Zusammenstellung einen sehr schnellen Überblick welche Produktionen mit “grandios” ausgezeichnet wurden.
6. hörBücher als Print- oder digitale Ausgabe – oder beides?
Obwohl ich sehr viel im Internet unterwegs bin besuche ich bisher die Webseite (http://www.hoerbuecher.com) des Magazins eher selten. Das kann sich nun aber ändern, denn der Verlag hat diese vollständig überarbeitet und es gibt jetzt auch dort viele Rezensionen und vor allem Hörproben. Neben dem Genuss der Printausgabe verfolge ich das aktuelle Geschehen per Facebook (http://www.facebook.com/hoerbuecher). hörBücher veröffentlicht dort fast täglich Informationen zu neuen Produkten, Events, Auszeichnungen etc.. Für ein Magazin wie hörBücher ist ein Tablet-PC ein wunderbares Medium, da der Leser neben dem Lesen das Buch sofort hören und im Anschluss bewerten kann. Ich hoffe, dass der Herausgeber dies ebenfalls so sieht.
7. Welche Hörbücher (CD oder Download) gehören zu Deinen Lieblingen und warum? Bist Du auf diese durch das Magazin hörBücher aufmerksam geworden?
Ob mich ein Hörbuch begeistert hängt neben dem Inhalt auch stark von der Stimme des Sprechers ab. Rufus Beck liest neben den Harry Potter Bänden auch die Bücher aus der Artemis Fowl-Reihe von Eoin Colfer. Einfach herrlich wie er den vielen Phantasiewesen die unterschiedlichsten Stimmen gibt. Ich mag die Stimme von Andreas Fröhlich (Synchronsprecher u.a. für John Cusack) sehr und genoss zuletzt die ersten beiden Teile von Michael Scotts Fantasysaga “Die Geheimnisse des Nicholas Flamel”. Hörspiele haben im Gegensatz zu Lesungen einen besonderen Reiz, u.a. höre ich als solche immer wieder Sherlock Holmes. Biographien sind ebenfalls ein spannendes Feld, für Sportbegeisterte kann ich die Hörbücher von/über Andre Agassi und Marcel Reif empfehlen. Zum Schluss möchte ich noch die Millenium-Triologie von Stieg Larsson und Ich bin dann mal weg von Hape Kerkeling nennen. Auch wenn man die Bücher kennt lohnt sich die eindringliche Lesung, vor allem “Ich bin dann mal weg” ist ein Hörbuch-Juwel.
8. Hast Du auch als Kind Hörbücher gehört? Sind Hörbücher heutzutage überhaupt noch interessant für Kinder?
Ja, das war toll. Ich hörte auf dem Plattenspieler im Wohnzimmer nachmittags Winnetou, Räuber Hotzenplotz und andere Schallplatten aus dem berühmten Europa-Label. Ich konnte die Geschichten immer und immer wieder hören. Heute können sich die Kinder eine Welt ohne Privat-/Kabelfernsehen, Internet und Spielekonsolen nicht mehr vorstellen. Ich habe es sehr genossen zu lesen sowie diese Geschichten zu hören und ich freue mich schon sehr darauf in einigen Jahren dies gemeinsam mit meinem Sohn zu tun. Trotz der medialen Vielfalt sind Hörbücher heute für Kinder genauso spannend wie früher. Eher sogar noch mehr, denn die Auswahl und Qualität ist deutlich besser als früher. Auch für Eltern von “Nichtlesern” sind Hörspiele eine gute Möglichkeit die Kinder an das Thema Lesen heranzuführen. Das Magazin hörBücher hat für Kinder und Jugendliche eine eigene Rubrik und spricht zu den Bewertungen eine Altersempfehlung aus.
9. Was sind Deine Leserituale im Allgemeinen?
Wie viele Menschen lese ich in der Regel abends im Bett. Dort jedoch ein Buch, das Handling mit einem Magazin ist im Liegen schwierig. Besonders schön ist lesen wenn ich mir ganz bewusst Zeit dafür nehme, also bspw. an einem Sonntagmorgen auf der Terrasse oder am Strand im Urlaub. Vor dem Urlaub gibt es übrigens in der Tat ein “Zeitschriften-Ritual”. Bevor es los geht decke ich mich in einer Bahnhofs- oder Flughafen-Buchhandlung mit vielen Titeln ein und genieße diese dann nach und nach, was mich aber nicht davon abhält auch Bücher zu lesen.
PS: Mehr Infos über das Magazin gibt es unter http://www.hoerbuecher.com oder auf PresseKatalog.de.